Kapitel 02, Donnerstag Büro

Ich werde von Sonnenstrahlen geweckt. Ich sehe auf meine Deep Sea. Kurz nach halb 10. Ich erhebe mich vom Bett im Gästezimmer, in dem ich immer schlafe, wenn ich nachts unterwegs war und frühmorgens oder mindestens alkoholisiert nach Hause komme. Ich will meine Frau nicht wecken. Sie ist heute morgen natürlich bereits seit langem im Büro.

Ich stehe auf, kleide mich nach einer langen Dusche und der Morgentoilette an und fahre auf einen Kaffee ins Büro.

Diese knapp 10.000 Euro-teure, verchromte Dampfmaschine, für welche sich einige italienische Cafe-Betreiber eine Hand abhacken würden, und ihr Produkt rechtfertigen die 3,7 km lange Anfahrt in meine Büro-Räumlichkeiten.

Ich parke meinen Wagen in der Tiefgarage, besteige gutgelaunt und topfit den Aufzug, fahre in die oberste Etage und bestelle einen doppelten Espresso mit Zucker bei der Empfangstante.

Pitt, mein Geschäftspartner, mit dem ich unsere Firma für internationale Messe-Organisation betreibe, sitzt bereits in unserer Lounge vor einem riesigen Cappuccino, ließt den Wirtschaftsteil der FAZ und begrüßt mich freudestrahlend und sichtlich entspannt. Der Goldpreis scheint sich heute in die richtige Richtung zu bewegen. Pitt hat all seine, über die Jahre am Fiskus vorbei geschaffte Kohle in physischem Gold an- und in einem sehr teuren, auf Firmenkosten angeschafften und in seinem Haus eingemauerten, riesigen Tresor abgelegt. Er ist total besessen von dem Edelmetall. Er predigt immer: „Papier vergeht. Gold ist für die Ewigkeit“

Wir unterhalten uns kurz allgemein und auch über die Messe in Moskau, zu der ich morgen früh fliege, um den Aufbau abzunehmen und den reibungslosen Ablauf zu überwachen. Ich habe die Organisation und alle Planungen bereits am Mittwoch, rechtzeitig zum meiner Verabredung mit Chris abgeschlossen, was mir heute einen entspannten Tag ohne absehbare Herausforderungen beschert.

Wir vereinbaren in einer Stunde gemeinsam Mittag zu essen. Ich trinke meinen perfekt gesüßten Espresso aus, lasse mir noch einen und ein Mineralwasser kommen und verziehe mich damit in mein Büro, um E-Mails sowie meinen Facebook und Google+ Account zu checken.

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