Die Wette

Es war im kalten, deutschen Winter 2007. Samstag Nacht oder vllt. war es bereits auch schon etwas mehr Sonntag Morgen. Daniel, Jan, Thomas und ich, mal wieder auf irgendeiner Düsseldorfer Privat Party. Der Anlass, ein Geburtstag, glaube ich.

Küche. Nahe beim Kühlschrank. Jeder Gast kommt da irgend wann mal vorbei und jede Person die offensichtlich interessant ist, wird einfach mit einer lustigen Frage aus der sicheren Gruppe heraus direkt in die stets interessierte Gruppe hinein integriert. So bekommt die Unterhaltung immer neue Impulse und die eigenen Wege bleiben kurz, zumindest was das „oben rein“ betrifft. Zu später, feuchtfröhlicher Stunde sind wir dann zusammen mit ein paar anderen Gästen beim Thema, Dinge die wir schon einmal getan haben, gelandet. „Wetten, ich war schon in mehr Hobbies aktiv als ihr..!?“ stiess ich provozierend in die Runde. Das verbale ausspielen der Trümpfe war damit eingeleutet. Die Gesprächsrunde hoch motiviert..

Den Hobby-Pimmelvergleich damals habe ich gewonnen. Welch folgenreiche, mein gegenwärtiges Leben massiv prägenden Erkenntnisse diese alkoholschwangere Diskussion damals angestossen hat, weiss ich erst heute. Was mir von dieser Party sonst noch im Gedächtnis geblieben ist, es hat sich damals noch irgendwie herauskristallisiert, dass wir alle zusammen, ein Hobby noch nicht praktiziert haben..

Immer noch kalter, deutscher Frühling 2008. Standardvormittag im Büro. E-Mails bearbeiten. Post mit Anhang von Jan. Daniel & Thomas sind im Verteiler. „Bitte Kursanmeldung ausgefüllt zusammen mit 350€ kommenden Donnerstag 19.00 Uhr in den DYC (Düsseldorfer Yachtclub) bringen“ Ich muss kurz überlegen. Erinnere mich dann aber, dass wir auf dieser besagten Party vereinbart haben, diesen gemeinsamen weissen Fleck auf unserer Erfahrungslandkarte zusammen auszumalen. Jan, Jurist und definitiv nicht berühmt für seine Zuverlässigkeit, hat die ihm von uns an diesem Abend aufgetragene Aufgabe über Monate nicht vergessen und hat für uns einen Segelkurs ausfindig gemacht. Hmmm…!?

Jan`s Motivations- & Zuverlässigkeitsschub?: Sein zukünftiger, wohl situierter Schwiegervater ist leidenschaftlicher Segler und Jan hatte bei seinem damals erst kürzlich erfolgten offiziellen Kennenlernen der Eltern nicht den, sagen wir es mal so, allervorteilhaftesten ersten Auftritt – aber das ist vllt. mal in einer andere Geschichte wert, erzählt zu werden.

3 Wochen Später. Donnerstag Abend. Düsseldorfer Yacht Club, Segelkurs die Dritte. Wir, so mit halbernstem Spass bei der Sache. Auf meine Nachfrage wird uns mitgeteilt, dass wir hier in einem 8 Wochen langen Doppel-Intensiv-Kurs sind. (so muss die Praxis Prüfung nur ein mal absolviert&bezahlt werden) Motorboot Führerschein Binnen & See. Die Segellizenz wäre dann erst im darauffolgenden Kurs zu erwerben. Ich, wie auch die anderen hatten sich, damals auf der Party vorgestellt, der Segeldrops ist an 2 Abenden Theorie und einem entspannten Praxis-Segelnachmittag auf dem Baggersee gelutscht. 

Der Düsseldorfer Yacht Club hat Daniel und Thomas an diesem Abend zum letzten mal gesehen. Jan war zwangs-motiviert und und ich, bis dato einzig herausgefordert – zu beenden, was ich angefangen habe und zu erreichen wozu ich her gekommen bin, nämlich mal selbst zu segeln. 

Wirklich erwischt hat es mich dann aber als ich das erste mal wirklich gesegelt bin.  Monate Später. Nicht auf einem der kleinen Segel Ausbildungsboote auf dem künstlichen Ruder Regatta See irgendwo im Düsseldorfer Vorstadt-Niemandsland. Es passierte auf einem grossen, richtigen Segelschiff. Auf dem Meer. Dieser Moment, als die Segel in den Wind gesteuert wurden, ich die Wirkung der Kraft des Windes auf das tonnenschwere Boot und die Krängung das erste mal gespürt habe. Als dann final der Motor ausgeschaltet und das Boot dem Wind „ausgeliefert“ wurde, war es um mich geschehen. Infiziert. Lebenslang. Bis heute ist dieser Moment für mich irgendwie magisch und von einer Sekunde zur anderen fühle ich mich maximal frei und unbeschwert. Zusammen mit meiner Liebe zum Wasser, dem Reisen durch den endlosen Sommer ist Segeln (und seit einiger Zeit auch das Tauchen) zu meiner heutigen zentralen Lebens-Leidenschaft geworden. 

6 der 8 möglichen Deutschen Segellizenzen habe ich dann in den folgenden Jahren zusammen mit dem DYC gemacht. Jan`s Motivation hielt bis zur 3ten – ausreichend, denn mittlerweile ist er verheiratet, hat 2 gesunde Kinder und geniesst Ansehen in der eingeheirateten Familie. Segeln tut er heute aber leider nicht mehr.

Ende 2014 habe ich unter Segeln den Atlantik überquert – der intensivste Trip meines Lebens. In den letzen 2 Jahren habe ich zusätzlich im Rahmen meiner Segel-Ausbilder Ausbildung auch noch alle englischen Lizenzen bis zum IYT Yachtmaster gemacht. 

Heute arbeite ich in Teilzeit als Segelausbilder in Phukets ältester und renommiertester Segelschule. Veranstalte und skippere individuelle, private Segeltörns in Thailands exotischer Andaman See. Trainiere für den Dive Master und werde Mitte/ Ende 2019 einen Segelkatamaran kaufen und die Welt besegeln. 

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