Freund. Bruder. Feind.

So vieles ist in mir, das raus will. So vieles, das ich Dir gerne sagen würde, meine liebe Freundin, mein geliebter Bruder, mein verhasster Feind.

Hunderte, wenn nicht sogar tausende Menschen sind bis dato in mein Leben getreten. Die meisten dieser Beziehungen waren kurz oder seicht. Einige davon wurden intensiv – sowohl qualitativ als auch quantitativ. Dennoch haben nur einzelne Freundschaften die Jahrzehnte überdauert. Die Meisten sind einfach der Distanz durch das (bis dato) dreimalige Wechseln meines Lebensmittelpunktes zum Opfer gefallen. Manch andere, meiner oder unserer beider in entgegen gesetzte Richtungen verlaufende, persönliche Entwicklung oder der differenten Wahl unseres jeweiligen Lebensmodells.

Aus den Augen aus dem Sinn und umgekehrt. So ist das eben. Menschen kommen und gehen. Ich bin mir dieser natürlichen Entwicklung vollkommen bewusst. Den meisten vergangenen Beziehungen blicke ich auch recht emotionslos hinterher. Doch ein paar kommen mir irgendwie immer wieder mal in den Sinn. Es sind ausnahmslos diejenigen, die Missverständnissen wegen charakterlichen Schwächen zum Opfer gefallen sind und deren Verlust ich trotz der Geschehnisse bedauere – denn wir sind an etwas gescheitert, durch das wir uns hätten weiterentwickeln können.

Für meine Erziehung bin ich meinen Eltern dankbar. Emotionale Kommunikation kam darin aber nicht vor. Der Mangel dieser zwischenmenschlich manchmal durchaus vorteilsbehafteten Kompetenz bescherte mir bereits anfangs durchaus interessante Liebesbeziehungen wie auch die Aufmerksamkeit meines ersten Chefs. Bereits in sehr jungen Jahren haben sich, finanziert durch meinen Arbeitgeber, initiiert durch meine Vorgesetzten, die besten Trainer und einige vielfach ausgezeichnete Schulungs-Institute dieses Potentials wie auch meiner Persönlichkeit angenommen. (Was das zur Folge hatte, könnt ihr hier lesen)

Schnell wurde ich beruflich erfolgreich, war gesellschaftlich angesehen, aber persönlich unglücklich und jenseits von zufrieden. Ich habe durch meine Ausbildung gelernt, nicht zu jammern, Probleme zu erkennen bevor sie entstehen und auch sonst, den Anderen immer einen Schritt voraus zu sein. Mein Umfeld sah stets nur das Ergebnis, ahnte aber nicht ansatzweise welch harte Arbeit, welcher Druck, welche Verantwortung und welches Risiko zum Teil meinem Erfolg voraus gingen. Und jetzt ratet mal wie mein Umfeld in einer der wohl größten Neidgesellschaften immer stärker auf mich reagierte und wie unfähig ich damals noch war, diesen Begebenheiten deeskalierend zu begegnen.

Freunde begannen, sich einzig durch meine Anwesenheit schlecht zu fühlen, weil sie im von ihnen selbst initiierten, von mir nie gewollten Vergleich keine Chance gegen mich sahen. Mehrmals wurde ich von Freunden, die wie Brüder für mich waren, hinter meinem Rücken im gemeinsamen Freundeskreis aktiv diskreditiert.

Ein Mensch, der mich einst geliebt hat, hat lieber Lügen innerhalb seiner eigenen Familie über mich erzählt, damit seine Verfehlungen nicht aufkommen und ihre saubere Weste ein weiteres Mal sauber bleibt.

Ein Mensch, den ich einst geliebt habe, war trotz meines Supports zu feige, aus dem bekannten Muster früherer, negativer Erfahrungen heraus zu treten. Sie predigte Liebe, Mut und Hoffnung, doch lebte sie tatsächlich feige, im steten Zweifel und säte total egoistisch und proaktiv zu ihrem eigenen, von mir niemals gefährdeten Schutz, lieber Hass, wo tiefe Liebe hätte entstehen können.

Das Mittel der Vergebung entdeckte ich erst vor wenigen Jahren als für mich, in dieser Situation, bestmöglichen Ausweg aus einer, mich zutiefst getroffenen, später alles zum positiven verändernden Schicksalsfügung. Ich würde mich also grundsätzlich als mit meiner Vergangenheit im Reinen bezeichnen – vor allem auch, da ich erst kürzlich knapp 10.000 km zwischen hier und meinen alten Lebensmittelpunkt gebracht habe.

Gelegentlich erwische ich mich aber, wie ich in stillen Gedanken mit einigen dieser Menschen rede. Ihnen alles sage, was ich ihnen persönlich wahrscheinlich niemals mehr sagen werde. Ich für mich habe diesen Menschen verziehen. Habe mit diesen Menschen abgeschlossen. Doch irgend etwas in mir will sich wohl noch mitteilen. Irgend etwas in mir will da wohl noch raus.

Wäre es nicht wahrlich traurig, wenn es auch ihnen manchmal so erginge..!?

 

WILLKOMMEN – dass DU bis zum ende dieses textes gekommen bist, zeichnet DICH, in meinen augen bereits aus. ich hoffe, DU wurdest gut unterhalten, bist nun vllt. sogar zum nachdenken über deine gegenwärtige situation angeregt und ich würde mich wahrlich freuen, wenn DU eines tages auf diesen, meinen text, eine für DICH positive veränderung zurück führen kannst.

deswegen schreibe ich & mache mein gedankengut jedem öffentlich & kostenlos zugänglich & da ich konsummanipulation durch werbung verurteile, wird diese seite auch weiterhin werbefrei bleiben – trotz der durchaus lukrativen angebote die ich permanent bekomme!

die infrastruktur, wartung und optimierung dieser seite allerdings kostet & das nicht wenig und auch die unzähligen cappuccinos in den vielen caffe`s, in denen ich bevorzugt & ausschließlich schreibe, gibt es für mich nicht umsonst..

..deswegen würde ich mich echt riesig freuen, wenn mein nächster cappuccino auf DICH geht:
https://paypal.me/pools/c/8eLeMwh1dc #DANKESCHÖN

1.663 Aufrufe
Getagged mit: , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Veröffentlicht in Blog
Ein Kommentar zu “Freund. Bruder. Feind.
  1. Gabriela sagt:

    Manchmal bitter, manchmal bittersüß… für viele nicht vorstellbar, für andere das wahre Leben. Bei einigen Passagen finde ich mich durchaus wieder…
    Liebe Grüße
    Gabriela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


*

Visit Us On Facebook