9 Monate

WARUM ICH GING: Meinem finalen Ausstieg ging ein jahrelanges, exponentiell zunehmendes, mangelndes Wohlbefinden voraus. In vielen Bereichen hatte ich, zumindest in den Augen der Gesellschaft, alles. In anderen, in meinen Augen, viel zu wenig, um glücklich zu sein – und es ist nur allzu menschlich, zumindest für mich, mit allen Mitteln nach dem zu streben, was mir (noch) fehlt(e).

Durch eine mittlerweile fast vier Jahre zurückliegende Schicksalsfügung haben die auf einer lange zurückliegenden Reise gepflanzten Samen endlich ausgeschlagen. Ich begann, immer mehr zu hinterfragen und mich immer mehr entgegen der allgemeinen Gesellschaft zu entwickeln und damit auch immer stärker zu polarisieren was den Kreislauf meiner exponentiell wachsenden Unzufriedenheit stetig nährte.

Der penetrante, manipulative Lärm fremder Wünsche und Meinungen hatte meine innere Stimme irgendwann einfach zu oft übertönt und sie beinahe verstummen lassen. Ich hatte Angst, sie gänzlich zu verlieren. Und ich hatte Angst, das mir auf Erden gegebene Leben und mein damit verbundenes Potential in Dinge zu verschwenden. In dem ich weiterhin rein für Geld meine Lebenszeit verkaufe und dies rechtfertigte, in dem ich meine leergesaugte Seele mit vollkommen vom Bedarf entkoppelten Besitzgütern zu substituieren versuche oder resigniert beginne, meinen aufgestauten FRUST an den Wochenenden durch Alkohol und Drogen zu betäuben, um halt irgendwie meiner mir selbst auferlegten Verantwortung gerecht zu werden. Mein Denken wurde lange genug durch längst obsolete Strukturen, Konzepte und Kulturen begrenzt und auch sonst kein Grund mehr zu bleiben, war für mich gesamtheitlich genügend Grund zu gehen.

Heute, vor genau 9 Monaten bin ich mit einem One-Way-Ticket nach Bangkok aufgebrochen. Mein altes Leben aufgelöst. In Deutschland abgemeldet und mit meinem letzten verbliebenen Besitz im Rucksack in ein nomadisches Leben auf Weltreise gestartet. Seit meinem Au(s/f)bruch hatte ich mehr glückliche Momente als in Jahren davor. Es ist dieser eine vollkommene Moment, in dem ich plötzlich mir selbst, meiner zurückgewonnenen Freiheit und der Unvorstellbarkeit aller meiner Möglichkeiten vollkommen bewusst bin. Der mich auf meinen Reisen immer wieder aufs Neue und doch jedes mal völlig unerwartet überkommt und mich jedesmal mit einem Gefühl völliger euphorischer Zufriedenheit zurück lässt. Es ist dieses Glücksgefühl, das du hast, wenn du deine Angst überwindest, du aus deiner Komfortzone heraus trittst, deine physischen und psychischen Grenzen erfolgreich überschreitest und dein Geist um eine einflussreiche Erkenntnis erweitert wurde. Wenn du einmal verstanden hast, dass einzig du dein Schicksal in der Hand haben solltest, kann dein um diese und alle weiteren daraus entstehenden Erkenntnisse gedehnter Geist niemals wieder in seine vorherige Größe zurückkehren!

Das besondere meiner Reisen besteht für mich nicht vorrangig aus Sehenswürdigkeiten, tollen Stränden und atemberaubenden Landschaften, sondern aus dem, was im Unterwegs sein Neues in mir entsteht. Es ist mein persönliches Bedürfnis, die Vielfältigkeit meiner Welt und ihrer darauf lebenden Kulturen in ihrer tatsächlichen Gesamtheit als meine persönliche zu begreifen und jede tägliche, inspirierende Begegnung und jedes neue Abenteuer des Alltags bewusst mit allen Sinnen zu erleben und in Dankbarkeit zu geniessen.

Reisen ist für mich auch, Antworten zu bekommen auf Fragen, die ich nie gestellt habe. Wenn man sich immer nur in der eigenen Komfortzone bewegt, wird das persönliche Wachstum wie auch die Lebendigkeit eingedämmt und verkümmert stetig. Zu leben definiere ich mittlerweile einzig danach, jedem einzigen, mir geschenkten Tag meines Lebens einen Sinn zu geben, der mindestens mich glücklich macht, denn ich bin niemandem etwas schuldig, ausser mir selbst.

WARUM DU BLEIBEN SOLLTEST: Du in Deutschland lebst gegenwärtig in einer künstlichen Realität, geschaffen für Naive, in der dein größtes (Luxus)Problem zu viele Möglichkeiten sind – Du dich aber trotzdem zu Tode langweilst, weil Du es nicht schaffst, der Trägheit Deiner Gewohnheiten zu entkommen. Statt Wohlbefinden jagst du dem Wohlstand hinterher weil er, wie es so schön heißt, Sicherheit bedeutet und diese vermeintliche Sicherheit gaukelt Dir dann Zufriedenheit vor. Verantwortung hält Deine Leine kurz, Deine Zeit begrenzt und Deine Träume für Utopie. Das Wort Leben hast Du längst durch Abenteuer ersetzt und diese erlebst Du einzig durch Dritte – im Genren-TV, beim Lesen von Biografien oder auf Fach-Vorträgen von wirklichen Abenteurern und Weltreisenden.

Dein Körper und Dein Geist wurden während Deiner Schulzeit und weiterführenden Ausbildung perfekt und einzig an das aktuell vorherrschende Wirtschafts-System angepasst. Dein Geist und seine Vorstellungskraft wurden Stein für Stein von Verpflichtungen eingemauert, denn das gegenwärtige, perfide System darf Dich nicht verlieren, es braucht Dich zwingend, um zu bestehen.

Dabei verarscht und blendet es Dich stetig. Es ist wie Süßstoff, der zwar wie Zucker schmeckt, doch Deinem Körper keinen der (über)lebensnotwendigen Bausteine gibt. Du lebst nicht mehr nach biologischen Bedürfnissen. Du lebst einzig nach gesellschaftlichen Bedürfnissen und wunderst Dich, warum es Dir nicht gut geht und warum Du nicht glücklich, geschweige denn zufrieden bist!?

Du bist hoffnungslos abhängig vom System. Du kannst gar nicht mehr ohne ihre Gesetze, Regeln und Deine daraus abgeleiteten Abläufe und Gewohnheiten. Eine Abkopplung mit Deinem gegenwärtigen Mindset und Deinen verkümmerten körperlichen wie geistigen Fähigkeiten wäre wohl kaum erfolgreich und würde letzen Endes wahrscheinlich in nur noch größerer Frustration enden.

Veränderung zu Besserem ist mit Aufwand und Risiko verbunden. Der Prozess beginnt mit Entscheidungen. Er mündet in Verbesserung oder auch in möglicher Verschlechterung, denn die richtigen Entscheidungen verdankst Du Deinen Erfahrungen und Deine Erfahrung verdankst Du Deinen Fehlern und Fehler kannst Du nur machen, wenn Du endlich beginnst eigene Entscheidungen für Dich zu treffen.

WAS ICH DIR SAGEN MÖCHTE: Wie ich mein Leben entwickelt habe, finde ich recht normal. Es ist nur eben unüblich und ich möchte ausdrücklich nicht, das Du tust, was ich tue und denkst, was ich denke. Dein Leben ist so wie es ist, eben weil Du immer stumpf Anderen gefolgt bist – so wie ich auch viele Jahre meines Lebens.

Ich war auch lange Zeit glücklich in diesem, meinem alten Leben, denn mein Wertesystem damals war ein anderes. Als deren Zwischenziel-Belohnungssystem mich aber immer kürzer bei guter Laune halten konnte, begann ich zu hinterfragen und heute sitze ich irgendwo in Thailand in einem Cafe neben einer Tasse Tee und schreibe diesen Text.

Ich möchte mit meinen Zeilen Deine Vorstellungskraft dehnen, Deine Sinne entstauben und Dich anregen, zu hinterfragen, damit Du Deinen eigenen, persönlichen Weg zum Glück findet. Ich möchte Dich motivieren, eine lebensoptimierende Veränderung herbei zu führen. Hör auf zu jammern. Beginne endlich, zu verändern. Der Montag ist nicht scheiße. Dein (selbstgewähltes) Leben möglicherweise schon..!?

Ja, ich bin gerade glücklich und zufrieden in meinem sehr einfachen Leben und außer Deinem Verständnis und Deiner Akzeptanz fehlt es mir an: Nichts!
Und ja, ich könnte mit meinen Zeilen auch einfach nur nett zu dir sein und dich seicht unterhalten, das bringt dich aber halt nur nicht weiter..!

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25 Kommentare zu “9 Monate
  1. Vivi Kay sagt:

    Das klingt so schön, aber woher kommt das Geld für Essen und Unterkunft, für deine Flüge, dein Bier, deine Bootsfahrten?

    • huBert sagt:

      vivi, ich habe keine frau und keine kinder, die auf meine kosten leben und ich selber brauche nur noch sehr wenig. ich habe keinen besitz der kostet und eine persönliche infrastruktur die nichts kostet. ich habe 20 jahre hart gearbeit(selbst während des studiums vollzeit) ich habe gespart und investiert. somit habe ich ersparnisse und erträge. ich unterhalte beteiligungen, berate und arbeite in verschiedenen projekten und erledige gelegentlich auftragsarbeiten. das meiste mache ich aber unentgeltlich denn mein lebensstil kostet monatlich wahrscheinlich deutlich weniger, als alleine deine aktuelle steuerlast in d-land – und ich optimiere all das wenige, laufend weiter – denn nichts ist so sicher, wie die stete veränderung..!?

      • Kat sagt:

        Dh. Du hast immerhin 20 Jahre auch in dem ‚System‘ verbracht und dir erstmal das notwendige Vermögen erarbeitet – genauso wie das viele machen.(nennt sich dann Rente) Manche haben halt nicht das Glück, so viel Geld zur Seite zu legen, dass sie das schon vor der Rente machen können. Und dann kommt eben noch die Verantwortung für andere dazu, seien es pflegebedürftige Angehörige oder Kinder, die eben auch Nahrung, Unterkunft und Kleidung brauchen. Und dieses Leben außerhalb des Systems geht ja scheinbar nur außerhalb Deutschlands – ich hab noch von keinem Aussteiger in D gehört. Liegt das vielleicht auch daran, dass die Lebenshaltungskosten in Ländern wie Thailand oder auch in Südamerika geringer sind? Und dass du schreibst, du hättest ‚Erträge‘ zeigt für mich auch, dass du nicht wirklich ausgestiegen bist, sondern nur andere für dich arbeiten lässt. Was wäre denn, wenn jetzt alle aussteigen würden und dir eben deine Erträge nicht mehr zur Verfügung ständen und du beispielsweise in Thailand das gleiche Geld bezahlen müsstest, wie hier in Deutschland? Das wäre wohl nur schwer möglich…

        • Nadine sagt:

          Interessante Sicht! So geht`s uns auch. Bin aber sehr gespannt auf die Antwort.
          Wobei ich das „was, wäre, wenn“ spiel eigentlich unsinnig finde, da es keine parallel Welt gibt um dies zu vergleichen. Also bleibt es blosse Spekulation.
          Allerdings der wirtschaftliche Aspekt deiner Ausführung ist interessant und ich hoffe, das eine Antwort komm. Lg

  2. Sascha sagt:

    Wow, Du sprichst mir aus der Seele. Nur habe ich leider nicht sie finanziellen Möglichkeiten wie Du. Bin ein einfacher Koch. Dennoch träume auch ich einen ählichen Traum den Du ja inzwischen lebst. Mich hat mein letzter Thailandaufenthalt so dermaßen beeinflusst, dass ich nichts anderes mehr will als hier weg. Ich habe mich seit dem, schon was das Denken und auch Hinterfaragen angeht, extrem geändert. Verzweifelt suche ich jetzt in Thailand einen Job als Koch. Ich bin sogar bereit, meinen Job bei einem bekannten Automobilhersteller aus München an den Nagel zu hängen und eben auch one way zu fliegen, nur weiß ich einfach nicht wie ich es anstellen soll aus diesem System auszubrechen.Du hast alles richtig gemacht und komm bloß nicht wieder zurück. LG
    Sascha

  3. Sabine sagt:

    Merhaba, ich kann dich sehr gut verstehen. Wir sind diesen Weg vor 10 Jahren gegangen. Die Wohnung wurde in Deutschland komplett aufgelöst und unsere Möbel den Kindern und Freunden überlassen. 2 Fahrräder, 1 Fahrrad- Anhänger und 4 Satteltaschen fassten Zelt, Schlafsäcke, Koch Utensilien und Kleidung. Je weiter wir von unserem letzten Wohnort weg waren um so freier wurden wir. Diese über 3 000 km auf dem Rad hat Körper, Geist und Seele gereinigt. Wir leben hier auch sehr einfach gegenüber Deutschland. Viele Grüße Sabine

  4. Axel sagt:

    Mal ne kritische Anmerkung. Was sind den jetzt deine schönen „Abenteuer“ und Erlebnisse? Den in deinem Artikel lese ich lediglich deinen Grund nicht in der von dir abschätzigen Gesellschaft zu leben. Und anderen ihren Stil mies zu machen zeugt nicht gerade von Weisheit welche. Du ja angeblich in deiner selbstauferlegten Askese erlangt hast. Aber vielleicht bist ja gar nicht SO zufrieden damit. Man kann sich auch vieles vormachen.

  5. Gratuliere Zum Deiner Ehrlichkeit. Und Mut, das So zu definieren.
    Viele wissen nicht mal, dass Sie so leben oder es erleben, und
    anscheinend sogar glücklich dabei sind!!!

    Unsere Programmierung sitzt tief!!! im Unterbewusstsein. Und das
    Bedarf Selbsterkenntnis!!! An sich selbst arbeiten, beobachten,
    achtsam sein usw. Weiter so!!! Die Freiheit zu lieben ist eins
    der schönsten Geschenke!!! Oder wie die Indiche Lehre,“Papaji“ es
    definiert: „Die Sensucht nach Freiheit ist das Feuer der Liebe!!!“

  6. Alex sagt:

    Naja, alles schön und Recht, ohne Familie wäre ich auch schon längst in Thailand! Mit Anhang=Verantwortung ist das halt schon etwas anderes! Momentan habe ich ein Jobangebote für Thailand (4,000€ netto, KV zählt Arbeitgeber, 40 Std./Woch), werde dies aber vermutlich ablehnen, da mir die Schulbildung meiner Kinder wichtiger ist!
    @Sascha: als Koch findest du legale Arbeit in Thailand.

  7. Alex sagt:

    Ach ja, ganz vergessen: 9 Monate „Auswandern“? Das ist nicht mehr wie ein langer Urlaub 😉

  8. sabine sagt:

    …du sprichst mir so aus der seele…nur der mut fehlt noch- und die frage ist immernoch in mir…was?- wenn es mir nicht gefällt irgendwo anders zu sein- was? wenn ich zurück möchte- und da ist dann gar nichts mehr?
    lg sabine

  9. Markus sagt:

    Habe oft Blogs gelesen und nach 3 Sekunden gesehen, es ist die selbe scheiße wie jedes mal. 20 jährige Posten ihre Erfahrungen über das selbe. Bei deinem Text Keiner von euch bin ich hängen geblieben. Bin kürzlich 6 Wochen in Thailand gewesen und kann nun jedes Wort nachvollziehen. Danke für den Text!

  10. Lisa sagt:

    Ich habe noch nie einen so tollen, inspirierenden und augenöffnenden Artikel gelesen wie diesen.

  11. H.J.Willems sagt:

    Hallo
    Bei 4000,-€ musst du nicht überlegen
    Schule ist hier sehrgut und auch bezahlbar.Du musst nur aufs Finanzamt aufpassen.Nicht das die dein Einkommen versteuern wollen.
    Das geht.Ganz viel Fragen.Und abmelden.
    Grüße von Hanjo

  12. Nilay sagt:

    Hallo huBert, vielen Dank für die schöne inspiration. Sobald ich Geld für ein Ticket habe, kehre ich zurück in meine Heimat. Ich bin auch eine Aussteigerin aus Berlin. Abgemeldet habe ich mich schon. Meine Tochter ist Freilerner und wir wollen in der Türkei autonom und autark leben. Ich habe in England eine Meldeadresse. Das reicht! Ich bin raus! Nun brauche ich nur noch das Geld für 2 Tickets und etwas Geld für Unterkunft und Verpflegung. Im Gepäck habe ich Liebe, Verstand und Gottvertrauen. Ein schönes Gefühl überall zu Hause zu sein. Momentan bin ich in meinem alten zu Hause als Tourist. Was will man mehr. Die Welt gehört uns allen. Endlich frei! Ich freue mich schon auf meine Heimat, die Sonne, die Natur und das Meer.

  13. Marko sagt:

    Das klingt doch alles sehr vertraut. Aber ich denke, dass der anfänglichen Euphorie irgendwann auch der Wunsch folgt sesshaft zu werden. Das ständige rein und raus in Thailand um dank Touristen Visum bleiben zu dürfen ist ja sicher auch nicht das Wahre und wer weiss wie lang das noch so geduldet werden wird. Ich mag Thailand sehr. Trotzdem muss man realisieren, dass das Land nur an Leuten interessiert ist, die regelmäßig viel Geld ins Land bringen… von allen anderen möchte man sich über kurz oder lang trennen. Von daher seh ich „Auswandern“ auch nicht als die Lösung für jedermann. Von der Geisteshaltung und dem „nicht mehr integriert sein im gewohnten System“ abgesehen ist es immer noch das Kapital, bzw. ein gesichertes unabhängiges Einkommen was entscheidet. Schmarotzer will kein Land der Welt aufnehmen (moment, möchte ich über diese Aussage vll. noch einmal nachdenken…) und auch die Thais rennen dem Geld hinterher. Man wechselt vll. in einen anderen Kulturkreis und eine andere Klimazone aber die materiellen Basics und „Wertevorstellungen“ sind unglücklicherweise überall die Gleichen, daran ändern auch die Religion nichts. In Thailand ist vll. der familiäre Zusammenhalt größer… negativ betrachtet bedeutet das aber auch, dass oft das Töchterchen genötigt ist sich Arbeit zu suchen um den Lebensunterhalt der Eltern und Grosseltern bestreiten zu müssen und so unweigerlich in Pattaya landet. Ich denke, es gibt kein Paradies auf dieser Welt. Unterm Strich gibt es in jedem Land postive und negative Seiten zu erwähnen. Nur beschränken sich die eigenen Erfahrungen oft eben nur auf ein Land, so das ein objektiver Vergleich nicht möglich ist. Ich persönlich möchte aber in Deutschland auch nicht alt werden. Ich hoffe ich werde irgendwann auch soweit sein, dass ich sagen kann meine Einnahmen werden reichen ein anderen, sinnvolleres Leben an einem anderen Ort der Welt führen zu können. Bis dahin führe ich mein zombiehaftes Dasein in Deutschland, von dem ich mir zumindest meine 2-3 Reisen im Jahr finanziere 😉

  14. Michelle sagt:

    Ich bin ganz glücklich mit meinem Leben in Deutschland.
    Das hat mir Singapur eindeutig klargemacht.
    Was bringt es mir einsam durch die Welt zu pilgern, wenn ich niemanden habe, mit dem ich das teilen kann?
    Ich nutze meine Zeit lieber mit Freunden, meiner Familie und meinem Liebsten zusammen. Das macht mich glücklicher, als mich ganz alleine in die Welt zu stürzen – mit nichts.
    Und deinen Schreibstil finde ich auch einerseits gelungen, andererseits sehr unsympathisch. Ein Paradoxon in sich.
    Gewollt?

  15. Josefine sagt:

    Dein Stil ist auf jeden Fall sehr polarisierend! Ich finde es gut sich selbst sehr genau zu fragen was einen wirklich glücklich macht. Das ist meiner Meinung nach genauso individuell wie jeder einzelne von uns. Ich freue mich für dich, dass du dein Glück anscheinend gefunden hast. Ob das auch das Glück aller anderen wäre wage ich zu bezweifeln…

  16. Petra sagt:

    Ein sehr schöner, ehrlicher Bericht. Die Geschichte erinnert mich in Stücken an das, was ich selbst vor einigen Jahren erlebt habe, als ich mich entschloss alleine los zu ziehen. Ich bin zwar mittlerweile wieder „daheim“, aber diese Auszeit hat mich persönlich wachsen und reifen lassen und mich Entscheidungen treffen, die (vielleicht) längst überfällig waren.
    Alles Liebe,
    Petra

  17. Susanne sagt:

    Ein schwieriges Thema! Klar stinkt jedem Mal das System und jeder würde gerne aus der Realität ausbrechen. Aber ist das nicht nur ein verschieben des Problems? Klar, das das uns vielleicht in D nervt gibt es als Problem am anderen Ende der Welt so nicht. Dafür gibt es dort andere Dinge, die genauso nervend sein können. Und spätestens in einigen Jahren folgt dann der Ausbruch aus diesem System.
    Vielleicht sollte man eher versuchen etwas am System zu verändern? Etwas an sich ändern und sein inneres Gleichgewicht suchen? Etwas finden, bei dem man sich mit Herzen beteiligen kann und glücklich ist?
    Susanne

  18. Susanne sagt:

    „Du in Deutschland lebst gegenwärtig in einer künstlichen Realität, geschaffen für Naive, in der dein größtes (Luxus)Problem zu viele Möglichkeiten sind – Du dich aber trotzdem zu Tode langweilst, weil Du es nicht schaffst, der Trägheit Deiner Gewohnheiten zu entkommen. Statt Wohlbefinden jagst du dem Wohlstand hinterher weil er, wie es so schön heißt, Sicherheit bedeutet und diese vermeintliche Sicherheit gaukelt Dir dann Zufriedenheit vor. Verantwortung hält Deine Leine kurz, Deine Zeit begrenzt und Deine Träume für Utopie.“
    – Wie wahr! Danke für den anregenden Text. Meine persönliche Lösung dafür habe ich noch nicht gefunden.

  19. Marcelle sagt:

    Ich kann sehr gut nachvollziehen, weshalb und wie du aus deinem Leben in Deutschland ausgestiegen bist und einen neuen Lebensabschnitt begonnen hast. Einfacher, aber mit mehr Tiefgang. Ich habe das Gleiche vor bald sechs Jahren beschlossen und nie bereut.

  20. Elennia sagt:

    Erst mal den ganzen Blog lesen. Dann schauen wir mal, wie viele „Jünger“ noch folgen.

    Mit Deinem schriftstellerischen Talent solltest Du Deine Ergüsse beim Verleger von 50 Shades einreichen. Dein weiteres Reiseleben ist dann weiterhin gesichert. Aber als Multimillionär hast Du das ja nicht nötig.

    Was ich nicht ganz zusammenbringe, sind Deine Gedanken über Rente usw. Du darfst mich gerne als Neiderin einstufen. Das ist dir absolut vorbehalten. Für mich sind Deine Werke nicht so ganz stimmig.

    Viel Glück!

  21. Miriam sagt:

    Ich kann Dich schon verstehen. Ich habe ein Jahr in Mexiko gelebt und gearbeitet. Nicht in einer Großstadt sondern in einer Industriestadt und gearbeitet habe ich in einem Dorf. Das Leben war für mich in jeglicher Hinsicht nicht einfach, auch wenn es schöne Momente gab und ich sehr viel für mein Leben gelernt habe. Ich habe mich dann auf das Leben und arbeiten in Deutschland gefreut und die Annehmlichkeiten die wir hier haben. Das ist nämlich auch ein großes Gut!
    Ich kann Deine Gedanken schon verstehen, aber man kann auch in Deutschland glücklich sein. Ich muss ja z.B. nicht Vollzeit in einem Job arbeiten, der mir keinen Spaß bringt, sonder vielleicht reicht auch Teilzeit. So kann genug Zeit für andere schöne Dinge bleiben. Auch hier kann man ein erfülltes Leben führen.

  22. Franz sagt:

    So ist es! Jeder jagt seinem Glück hinterher – an american dream! Wenn jemand glücklich ist, wenn er wie Diogenes in einem Fass lebt, dazu noch am Rande der Welt,und zufrieden ist mit dem, was ihm die Natur freiwillig lässt, dann hat er sein Paradies gefunden. Nur was oft vergessen wird – Freiheit bedeutet auch, dass der Stärkere den Schwachen frisst! Und würde diese verachtete Gesellschaft dieses verachtete System nicht aufrecht erhalten und alle „aussteigen“ – würden diese Aussteiger dann nochmal aussteigen…? Denn würde dieses System nicht die Möglichkeit schaffen, dass man sich das Aussteigen leisten kann (viel geschuftet und verdient)….. Vielleicht kann man ja mal all die vielen Migranten, die sich auf den Weg nach Europa und USA machen davon überzeugen, wie schön man in Asien, Afrika, Lateinamerika,… leben kann, wenn man genügsam ist und die richtige Einstellung hat…

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