Reise_Art&Weise

Mein Wille hat das Kommando. Mir ist wohl bekannt, dass die meisten Hawaiì Reisenden während ihres kurzen Aufenthaltes auf dem aus 137 Inseln bestehenden Archipel, mindestens drei der fünf für den Tourismus freigegebenen Inseln besuchen. Es gibt wohl keinen Autor, der nicht den Titel „Effizienteste Insel-Hopping Tour“ inklusive aller Must-See Places für SEINEN Reiseführer beansprucht und diesen mit blumigen Beschreibungen und atemberaubend schönen Hochglanzphotos propagiert. Möglichst viele Eindrücke in möglichst wenig Zeit. Man soll ja was erleben für das viele Geld und als Belohnung für die Strapazen der gut dreißigstündigen Anreise.

Jedes Reiseziel bietet unzählige, tolle Möglichkeiten. Ich habe mir in New York die Freiheitsstatue genau so angesehen, wie ich mit dem Lift in die 102te Etage des Empire State Building gefahren bin, um eine atemberaubende Aussicht über Manhattan zu haben. Was aber, wenn mir die Vorstellung daran, davor Unbehagen bereitet hätte? Was, wenn ich damals vor Ort an diesem Tag spontan zu etwas ganz anderem Lust gehabt hätte? Ich hätte das andere gemacht. Und hätte bestimmt etwas anderes, mindestens genau so tolles erlebt. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals einen meiner Tage auf Reisen, an dessen Ende, bereut zu haben.

In wenigen Tagen reise ich zum 6ten mal nach Oahu. Vielleicht schaue ich mir bei diesem Besuch mal eine der anderen Inseln an. Vielleicht finde ich aber auch wieder keine Zeit dafür. Oder habe einfach keine Lust dazu. Die meisten Leute, denen ich in der Vergangenheit von meinen Hawaiì Reisen erzählt habe, fragten mich, fast schon schockiert: „Was? Du warst nicht zum Surfen auf Maui? Nicht zum Sonnenaufgang auf dem Mauna Kea auf Big Island?“ Früher erzeugten solche Aussagen durchaus Zweifel in mir. Heute weiß ich: Hätte ich immer nur die Top- Sehenswürdigkeiten lt. Reiseführer auf meiner Liste abgehakt, wie viele unvergessliche Sachen hätte ich nicht erlebt, wie viele tolle Dinge nicht gesehen und wie viele, mich inspirierende Menschen nicht kennen gelernt.

Lass Dich treiben. Nicht hetzen. Meine Reisen sind Abenteuer. Meine Reisen sind aber auch, und vor allem, Urlaub. Gerade am Anfang einer Reise will ich was erleben und sauge alle neuen Eindrücke nur so in mir auf. Immer auf Achse und am liebsten alles gleichzeitig erleben. Solch ein Tempo kann sehr kräftezehrend sein.

Planung gibt nicht nur die Reisestrecke vor. Sie gibt auch die Zeit des Aufenthaltes bzw. den Aufbruch vor. Was aber, wenn es mir irgendwo gefällt? Wenn ich von einem Ort noch nicht genug habe. Wenn sich dieses seltene Gefühl von Angekommen sein einstellt – wenn auch nur für eine kurze Zeit.

Ich ziehe immer erst dann weiter, wenn ich will und nicht wenn ein Reiseplan mich dazu zwingt. Ich empfinde getrieben werden als sehr unangenehm. Qualität definiert sich für jeden anders. Für mich definitiv nicht in Form von Quantität. Und ich liebe es, mit allen Sinnen zu entdecken. Vor allem auf Reisen. Zu sehen, zu schmecken, zur Riechen und vor allem in Form von machen neuer Bekanntschaften vor Ort.

Es ist OK einen Tag nichts zu machen. Oder zwei. Oder drei..! Manchen Tages aber erwacht in mir etwas, das stärker ist als alle meine unersättlichen, stets neues fordernden Entdeckersinne. Ich spreche von meiner anderen Seite. Meiner faule Seite. Morgens einfach mal liegen bleiben. Das Frühstück aufs Zimmer kommen lassen. Den Fernseher einschalten. Das lokale Fernsehprogramm bestaunen und einen ganzen Tag lang nichts tun. Macht mich das zu einem schlechten Reisenden? Möglicherweise. Aber DAS macht MICH glücklich! Es ist schließlich meine Reise. Ich entscheide wann uns wohin ich gehe!

Nichts alles ist so perfekt wie es scheint. Auf jeder meiner Reisen fülle ich ein neues Facebook Album mit Photos. Ausschließlich schöne, freudige und lächelnde Bilder. Meine Reisen führen mich aber nicht immer durch`s Märchenschloss im Disney Land. Es passieren auch mal negative Dinge. Ich habe schon tagelang mit Fieber und Schüttelfrost am Ende der Welt in meinem Bett verbracht. Zu schwach um auf zu stehen und mir Lebensmittel oder Medikamente zu besorgen. Zwei Tage wegen Sturm und Eisregen auf einem Flughafen ohne jegliche Info wie und wann es mit meiner Reise weiter geht fest zu sitzen ist genau so frustrierend wie im Auto übernachten zu müssen – in einem Land, wo darauf Gefängnisstrafe steht, nur weil man Nachts kein freies Zimmer in keinem Motel mehr findet.

Solltest Du jemals in irgend eine ungewollte Situation kommen, ändere was in deiner Macht liegt und akzeptiere was Du nicht ändern kannst. Verzweifle aber niemals und lass dich nicht entmutigen. (Meine) Reisen sind Abenteuer. Und genau diese Erlebnisse sind der Preis für die besten Geschichten, welche eines Tages große, strahlende Augen in die Gesichter deiner Enkel zaubern werden.

VERANTWORTUNGsLOS SEIN. Immer, in dem Moment wenn mein Flugzeug abhebt, kann ich den (mittlerweile sehr dünn gewordenen) Faden der Verantwortung abreißen hören. Wenn ich abreise, lasse ich alles hinter mir. Augen gerade aus. 3-2-1 Action. Als Alleinreisender muss ich auf nichts Rücksicht nehmen und bin auch niemandem verpflichtet. Als achtsamer, nachhaltig agierender und verantwortungsvoller Mensch sind mir zwei Dinge auf Reisen besonders wichtig: ICH & MEIN HANDELN!

MEIN HANDELN: Elefanten reiten und Delfine streicheln ist toll. Ihre (Gefangen)Haltung nicht. Thunfisch ist lecker. Seine aktive Ausrottung (durch Überfischung) ein Verbrechen. Mit meinem (bewussten) Handeln kann ich sehr viel (nicht nur auf Reisen) beeinflussen und bin somit automatisch verantwortlich, was ich unterstütze, beschleunige, verzögere oder gar aufhalte.

Ich habe keine Nachkommen, für die ich diese Welt erhalten muss. In meinen Augen ist der Mensch mehr schlecht als gut für diesen Planeten. Dennoch sind wir ein natürlicher Teil davon. (Aus welchem Grund auch immer!?) Meine Macht im Heute, für die Zukunft Einfluss zu nehmen, ist vielleicht klein. Viele kleine Taten aber haben durchaus ihre Wirkung. Ich glaube daran. Auch, dass mich immer mehr Menschen verstehen werden. (Spätestens, wenn es für uns alle zu spät ist..!)

& ICH: Ich liebe mein Leben. Da steckt viel Arbeit drinnen. Und es ist, da selbstgemacht, genau so wie ich es haben will. Ich (be)fürchte nichts und niemandem. Ich riskiere mein achso-tolles Leben aber auch nicht leichtfertig.

Ich habe nicht vor, nachts auf irgendeiner südostasiatischen Straße einen Motorradunfall zu haben. Ich will nicht beim Surfen von einem Hai angefallen werden oder an irgend einem Fieber elendig krepieren. Ich werde aber auch weiterhin Motorrad (mit Helm) fahren, vor Hawaiì (nie alleine oder nachts) surfen und in manchen Ländern halt mehr nach Chemie als nach Mensch riechen.

Wenn das Schicksal dann eines Tages meinem Dasein ein Ende setzt: Ich habe eine menge tolles Leben in meinen Tagen gehabt und nicht einfach nur Tage in meinem Leben..!

 

WILLKOMMEN – dass DU bis zum ende dieses textes gekommen bist, zeichnet DICH, in meinen augen bereits aus. ich hoffe, DU wurdest gut unterhalten, bist nun vllt. sogar zum nachdenken über deine gegenwärtige situation angeregt und ich würde mich wahrlich freuen, wenn DU eines tages auf diesen, meinen text, eine für DICH positive veränderung zurück führen kannst.

deswegen schreibe ich & mache mein gedankengut jedem öffentlich & kostenlos zugänglich & da ich konsummanipulation durch werbung verurteile, wird diese seite auch weiterhin werbefrei bleiben – trotz der durchaus lukrativen angebote die ich permanent bekomme!

die infrastruktur, wartung und optimierung dieser seite allerdings kostet & das nicht wenig und auch die unzähligen cappuccinos in den vielen caffe`s, in denen ich bevorzugt & ausschließlich schreibe, gibt es für mich nicht umsonst..

..deswegen würde ich mich echt riesig freuen, wenn mein nächster cappuccino auf DICH geht:
https://paypal.me/pools/c/8eLeMwh1dc #DANKESCHÖN

1.681 Aufrufe
Getagged mit: , , ,
Veröffentlicht in Reiseblog
4 Kommentare zu “Reise_Art&Weise
  1. Christina sagt:

    Toller Beitrag, tolle Worte. Auf unser Lieblingsleben, oder?

  2. HAMMER Beitrag und super inspirierend 🙂
    Liebe Grüße,
    Kerstin

  3. Tina sagt:

    Ein Artikel, der einem an vielen Stellen zum Nachdenken bringt! Sehr gut geschrieben und vor allem sehr ehrlich.

  4. Gezza sagt:

    Dieser Sinn erschließt sich mir
    beim Reisen wie im Leben
    der Tag der geht war Sinn belebt
    man klebe nicht am Streben…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


*

Visit Us On Facebook