Einsam

Die Natur hat mich verhältnismäßig wohl bedacht. Ich bin keine Schönheit im klassischen Sinn. Ein Blick in den Spiegel stößt mich aber auch nicht ab. Die viele positive Zuneigung und die sich mir, beim von mir in Liebesdingen bevorzugten Geschlecht, dadurch ergebenden mannigfaltigen Optionen bestätigen mir, ich weiß mich durchaus positiv und Begehrlichkeiten weckend, in Szene zu setzten.

Die Motivation, Energie in meine Ausbildung zu investieren, erwachte recht spät. Glücklicherweise kreuzten bereits in meinem frühen beruflichen und privaten Werdegang viele außergewöhnliche und erfolgreiche Menschen meinen Weg. Ich habe viel von ihnen gelernt. Zumeist für mich Gutes. Nach knapp 20 erfolgreichen Berufsjahren kann ich mit Ende 30 auf eine seltene Karriere zurückblicken und meine, die mir für meinen Job von den besten Trainern vermittelten Fähigkeiten, verleihen mir nicht zuletzt im Privatleben einen gewissen Vorteil.

Während die meisten Menschen in diesem Land von meinem Kontostand träumen, sehe ich einzig sich mittlerweile über mehre Jahrzehnte hinweg erstreckende Lebenszeiteinheiten, die ich frei nach meinen Bedürfnissen verbrauchen kann – und das gegenwärtig durch meine vielen Reisen auch reichlich tue. Materieller Besitz bedeutet mir mittlerweile gar nichts mehr und Luxus empfinde ich als erdrückendes Übel.

Niemals zuvor war ich mit mir selbst so im Einklang und selten stand ich näher an (m)einer nachhaltigen Zufriedenheit. Meine negativen Emotionen kann ich fast immer kontrollieren und ich versuche stets und mit aller Kraft ausschließlich das Positive zu sehen – auch im vermeintlich Negativen.

Meine extrovertierte Art lebe ich über alle Social Media Kanäle exzessiv aus und finde mich manchmal richtig geil dabei. Ja, mein Leben ist Hedonismus pur und Egoismus ist für mich keine negative Eigenschaft – solange mein Vorteil nicht zum Nachteil anderer geschieht – was mich zu gar keinem SO schlechten Zeitgenossen macht.

In meinem privaten Facebook-Profil besitzen gegenwärtig, trotz laufender Säuberung wegen negativen oder für mich uninteressanten Offenbarungen 261 Menschen den Status „Enge Freunde“ und dennoch:

Die aufgrund meiner außergewöhnliche Art nur schwer zu vermeidenden Missverständnisse und v.a. der Neid meiner Mitmenschen, verbannen mich in eine sehr übersichtliche Nische der Gesellschaft:

Noch nie zuvor in meinem Leben war ich so einsam.

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Veröffentlicht in 2015, Blog

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