(Doppel)Moral

„Das macht man nicht!“ Wie oft haben wir diesen Satz von unseren Eltern gehört?
Und wieso hatten sie auf unser „Warum?“ zumeist keine passende Antwort parat?
Weil auch ihnen diese Lebensregeln irgendwann von ihren Eltern, der Religion und der Gesellschaft anerzogen wurden. Und sie diese, ohne sie jemals hinterfragt zu haben, täglich leben und sie so auch 1:1 an uns weitergegeben haben.

Darf man in der Kirche schreien? Nein! Aber warum?
Muss ich zum Valentinstag meiner Liebe Blumen schenken? Ja! Aber warum?
Muss in jeder Liebesbeziehung Monogamie gelebt werden? Ja! Aber warum?
Wieso gehe ich zu Tantes achtzigsten Geburtstag, obwohl ich gar nicht will?

Wo kommen diese ganzen (Maß-)Regeln her, denen wir uns täglich beugen (müssen?)?

Ohne Regeln geht es nicht in einer Gemeinschaft. Das hat die Geschichte gezeigt. Für die Meisten sind diese aber auch willkommene Navigation durch ihr Leben. Was aber, wenn du und deine Bedürfnisse anders sind und du eine andere, individuelle Lösung zur Befriedigung brauchst? Was, wenn du beginnst, nach deinen eigenen Regeln und ohne Maß zu leben?

„Das macht man nicht!?“ „Warum??“

Trotz vieler sinnvoller, gemeinsamer Regeln für das Zusammenleben der Individuen innerhalb einer Gesellschaft, müssen für die einzelnen Individuen dann zwangsläufig auch die gleichen Regeln gelten. Wem oder was und wann mir, sind diese Regeln dienlich? Wem wann oder was sind sie gar schädlich?

Die Gabe, unsere Bedürfnisse zu begreifen und unser Handeln frei zu bestimmen und nicht (nur) stur unserem Instinkt zu folgen, unterscheidet uns von den Tieren. Viele Wissenschaftler und Philosophen haben unsere Verhaltensweisen erforscht und erläutert. Regeln aufgestellt und Empfehlungen ausgegeben. Andere Machenschaften haben dies ebenfalls getan. Erste hatten eher philantropische Gründe. Letztere eher ihrer eigenen Sache dienliche. Und wir, wir Individuen (be)folgen einfach…?!

Wie wenige hören auf ihre Bedürfnisse und leben diese aus? Wie wenige können sie überhaupt noch heraushören, aus den vielen unterschiedlichen Stimmen die ihnen permanent sagen, was sie zu tun und zu lassen haben?

Wie viele nehmen sich täglich zurück, weil ihnen ihre Bedürfnisse nicht beziehungs- / gesellschaftskonform erscheinen oder sie ihnen gar peinlich sind. Wie viele haben Angst davor, was ihre Mitmenschen von ihnen denken könnten?

Jeder von uns hat nur ein (begrenztes) Leben, nur eine Chance jeden ihm gegebenen Tag für sich optimal zu gestalten. Warum vor unserem Handeln immer zuerst an die anderen Individuen denken – wir können zwar denken und vermuten, wissen werden wir nicht.

Wir sollten aber unbedingt wissen, was uns zu unserem Glück fehlt und es uns ermöglichen. Wem schaden wir denn, wenn wir bei der Erfüllung unserer Bedürfnisse niemandem schaden?

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Veröffentlicht in 2013, Blog

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