(Winter)Depression

Warm und hell strahlt sie mich an. Brennt mit ihren Strahlen auch die letzte depressive Dunkelheit von meiner Seele.

Jetzt, wo ich sie endlich wieder geniessen kann, merke ich erst, wie ich die Sonne vermisst habe – in diesem langen, kalten, nassen, deutschen Winter.

Jetzt, während meine Lebensgeister sich ihr entgegen recken und strecken stelle ich entsetzt fest, das mein diesjähriges Stimmungsloch eine noch nie da gewesene Tiefe und Dunkelheit erreicht hatte, in das meine Seele von Woche zu Woche immer tiefer hinabgezogen wurde.

Wie viel Schuld hat dieser, uns in unseren Breitengraden, zeitweise in der falschen Umlaufbahn umkreisende, (ver)glühende Stern? Oder umfliegen mich da noch weitere Einflussfaktoren auf Kollisionskurs und sind mitverantwortlich für meine, von Jahr zu Jahr zunehmende (Winter)Depression?

Depressionen sind nachweislich ein immer schneller zunehmendes, krankhaftes Symptom unserer Zeit. Je schneller und unüberschaubarer die Welt sich verändert, desto unmöglicher wird eine Orientierung an den äußeren Werten. Die Geschwindigkeit der Massen,- Medien und Kommunikationskultur erzeugt bei vielen von uns ein immer stärkeres Gefühl von Ohnmacht, Orientierungs- und Hilflosigkeit. Der Rückzug in uns selbst, und damit fast unausweichlich in eine Depression, erscheint uns oft als der letzte mögliche, sichere Zufluchtspunkt.

Mir persönlich stellt sich in diesem Zusammenhang immer öfter die Frage:
„Bin ich krank oder ist es die Gesellschaft?“

Trotzdem ist es wenig hilfreich, hier der Gesellschaft, anderen oder dem schlechten Wetter die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben und sich zu verkriechen.

Den negativen Auswirkungen der Gesellschaft auf jeden einzelnen von uns zu widerstehen ist sicherlich nicht immer einfach. Sie sind aber nur eine einseitige Willenserklärung, die erst mit deiner Annahme, mit deinem Zulassen, auf dich einwirken können.

Auch das graue, kalte Winterwetter, der damit verbundene starke Rückzug in die warmen, gemütlichen, dunklen vier Wände und die dadurch abnehmenden sozialen Kontakte, tragen ihren Teil dazu bei. Und schneller als man sich versieht, befindet man sich auch schon im Abstieg in ein nicht enden wollendes, mit jedem Meter an sozialer Kälte zunehmendes, Loch.

Am Ende des Winters, kurz vor Beginn des Frühlings (das ist übrigens gerade jetzt :-)) befindet sich unsere Gefühlswelt i.d.R. auf dem eisigen Tiefpunkt. Schon in wenigen Wochen beginnt, auch aus astronomischer Sicht, der Frühling und der folgende Sommer, in welcher Qualität er uns dieses Jahr auch beschert sein wird, wird ebenfalls irgendwann Einzug halten. Aber du musst die Luke deines Stimmungsloches schon selbst öffnen und daraus emporsteigen.

Tritt aus dem Schatten deiner (Winter)Depression zurück ins soziale Leben. Stell dich in die Sonne. Lass Sie auf dich scheinen, einfach auf dich wirken.

Es wird funktionieren. Du wirst schon sehen..!

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Veröffentlicht in 2013, Blog

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