Neues Jahr, Neues Glück

„Die blaue oder die rote Pille?“ fragt Morpheus Neo im ersten Teil der Matrix Triologie. Die Rote steht für eine, durch Dritte erschaffene gegenwärtige, die Blaue für den Aufbruch in eine, durch ihn selbst noch zu gestaltende, reale Welt.

Denk mal darüber nach, wie hättest Du Dich an Neos Stelle entschieden?

Oder besser noch, denk mal darüber nach, wie viel Matrix vielleicht in Deiner gegenwärtigen Welt bereits steckt und ob einige Entscheidungen nicht längst überfällig sind.

Auf deinem Weg in die Spuren anderer zu treten und bei jeder Weggabelung dem Rat Dritter zu folgen, ist wahrlich einfach und bequem. Ist das von Dir erreichte Ziel dann aber auch wirklich Dein Ziel?

Wie viele Entscheidungen in Deinem Leben hast wirklich Du selbst, also Du, als die Summe Deiner Erfahrungen ganz bewusst und mit Herz und Verstand getroffen?

Der schicke Sportwagen und das repräsentative Leben, für das du jeden Tag so hart schuftest. Hast wirklich Du alleine sie in Deinen Warenkorb gelegt? Sind sie ihren Einsatz (noch) wert und hast Du in letzter Zeit mal, ganz unverbindlich natürlich, Deine Alternativen in Erfahrung gebracht?

Aber nicht nur die materiellen Dinge gilt es zu bewerten. Viel wichtiger sind die Menschen, mit denen Du Dich umgibst. Wer ist auf der rationalen Ebene für Dich wichtig und welcher berührt Dein Herz? Welcher gibt auch und nimmt nicht nur? Welchem gefällst Du so wie Du bist und wem wirst Du es niemals recht machen können?

Ebenso wie Neo im Film wurde uns in der Realität die Bürde des Wissens um die Matrix, in welcher wir, der eine mehr der andere weniger leben, auferlegt. Wie viele haben dieses Wissen mittlerweile aber wieder verloren? Oder wollen sie sich einfach nur vor der Verantwortung und dem unangenehmen Aufwand für die Umsetzung ihrer Möglichkeiten drücken?

Jammern ist mittlerweile zur chronischen Krankheit in diesem Land geworden und das gegenseitige Übertrumpfen mit ach so schlimmen Schicksalsschlägen gehört mittlerweile ebenso zu jedem Gespräch wie das gemeinsam dabei zu sich genommene Heissgetränk auf Kaffee-Basis.

Wenn wir also wissen, wieso handeln wir dann nicht? Was hält uns davon ab, gewisse Entscheidungen zu treffen, Türen zu schließen, Wege zu verlassen und und eine neue Richtung einzuschlagen? Wieso fällt es uns so schwer, uns von dem zu trennen, was uns am meisten abverlangt und uns am wenigsten zurück gibt? Sind wir genau an dieser Stelle zu sozial? Und wo bitte schön versteckt sich unser gesunder Egoismus, wenn man ihn mal wirklich braucht?

Aus ökonomischer Sicht sind viele Beziehungen bereits in der Insolvenzverschleppung, was lt. Handelsgesetzbuch übrigens eine Straftat darstellt. In der Praxis aber stützen wir selbst noch die von uns auf Ramschniveau runtergestuften Beziehungen heiter, immer weiter mit Transferleistungen und wundern uns dann, das unsere persönliche Sozialbilanz so schlecht aussieht.

Der Frühling steht an und mit ihm der alljährliche Frühjahrsputz. Sei dieses Mal gewohnt gründlich, aber fege doch auch mal in den unangenehmen Ecken ordentlich durch. Das macht Platz, bringt Zeit für Neues, Besseres und (D)einem tollen Sommer voller ungeahnter Möglichkeiten steht nichts mehr im Weg.

 

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Veröffentlicht in 2013, Blog

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